I. Fehlerkorrektur:
Er hätte jetzt kommen können, aber vor einer Stunde war er noch beschäftigt.
- Satz ist korrekt. Kein Fehler vorhanden.
Mit etwas mehr Geduld hätten wir die Sache jetzt erledigt.
- Satz ist korrekt. Kein Fehler vorhanden.
Würde doch unsere Katze vor einer Woche nicht fortlaufen!
- Korrektur: Wäre doch unsere Katze vor einer Woche nicht fortgelaufen!
Erklärungen: Bei vergangenen irrealen Wünschen oder Bedauern verwendet man den Konjunktiv II der Vergangenheit (z. B. wäre . nicht fortgelaufen). Der Konjunktiv II Präsens (würde . nicht fortlaufen) wäre hier unpassend, da er die Gegenwart oder nahe Zukunft betrifft.
Am kommenden Sonntag hätten wir vielleicht eine Bootsfahrt unternehmen können.
- Satz ist korrekt. Kein Fehler vorhanden.
Hätte ich doch morgen meinen Vater getroffen!
- Korrektur: Würde ich doch morgen meinen Vater treffen!
Erklärungen: Der Satz bezieht sich auf die Zukunft (morgen). Um einen Wunsch oder eine hypothetische Situation in der Zukunft auszudrücken, verwendet man den Konjunktiv II Präsens (z. B. würde . treffen). Der Konjunktiv II Vergangenheit (hätte . getroffen) wäre falsch, da er auf die Vergangenheit verweist.
Wir wären uns beinahe verspätet.
- Satz ist korrekt. Kein Fehler vorhanden.
VI. Beschreibung der Realität:
Die Sätze drücken meist Bedauern oder irreale Situationen aus und zeigen, dass die Realität anders aussieht. Die Realität wird durch das Fehlen einer bestimmten Handlung oder durch unerwünschte Ereignisse beschrieben.
Wenn er doch damals mitgekommen wäre!
- Realität: Er ist damals nicht mitgekommen. Der Sprecher bedauert, dass er nicht dabei war.
Hätte man doch den Verletzten sofort in die Klinik gebracht!
- Realität: Der Verletzte wurde nicht sofort in die Klinik gebracht. Es wird bedauert, dass dies nicht geschehen ist, möglicherweise mit negativen Folgen.
Hätte ich damals an dieser Arbeit teilnehmen können!
- Realität: Der Sprecher konnte damals nicht an der Arbeit teilnehmen. Es wird bedauert, dass die Möglichkeit fehlte.
Wäre die Prüfung doch nicht verschoben worden!
- Realität: Die Prüfung wurde verschoben, und der Sprecher bedauert dies. Es wird ausgedrückt, dass eine Verschiebung unerwünscht war.
Hätten wir doch wenigstens bei der Rückfahrt keinen Umweg machen müssen!
- Realität: Bei der Rückfahrt musste ein Umweg gemacht werden. Der Sprecher wünscht sich, dass dieser Umweg nicht nötig gewesen wäre.
Zusammenfassung:
Die Sätze in Aufgabe VI drücken vergangene irreale Wünsche oder Bedauern aus, die sich auf nicht erfüllte Ereignisse beziehen. Diese Konstruktionen verwenden den Konjunktiv II der Vergangenheit (z. B. wäre . gewesen, hätte . können). Die Realität, die sich daraus ergibt, ist immer die gegenteilige Situation: Das Gewünschte oder Bedauerte hat nicht stattgefunden.